Als Experte für Softwarelizenzen giltSoftwareOnean der Schweizer Börse SIX als eine Spezialität. Egal ob Morgan Stanley, die Credit Suisse oder die Zürcher Kantonalbank: Es gibt kaum eine Bank, die die Aktie des Unternehmens aus dem steuergünstigen Stans nicht zum Kauf anpreist. Bei so viel Zuspruch überrascht nicht, dassSoftwareOnezu den hiesigen Börsenüberfliegern der letzten Jahre zählt.

Zahlenkranz weckt Zweifel an den Wachstumsaussichten

Doch nun werden die Aktionäre erstmals seit dem Börsengang von Ende Oktober 2019 auf die Probe gestellt. Denn das seit dem frühen Donnerstagmorgen bekannte Jahresergebnis wird den Erwartungen nicht gerecht.

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Während sich der Umsatz mit 7,9 Milliarden Franken im Rahmen der Analystenschätzungen bewegt, verfehlen sowohl der Bruttogewinn als auch der operative Gewinn (EBITDA) selbst die konservativsten Schätzungen teils klar. Auf beiden Gewinnstufen ist das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, was sich eigentlich nicht für ein Wachstumsunternehmen vom Schlag von SoftwareOne ziert.

Schätzungsreduktionen zu erwarten

Die diesjährigen Vorgaben lassen zwar auf eine Belebung schliessen, geht das Unternehmen selber beim Bruttogewinn doch von einem Wachstum von 10 Prozent aus. Analysten hatten sich allerdings auch hier einiges mehr erhofft. Dasselbe gilt für die Aussagen zur diesjährigen Entwicklung der EBITDA-Marge.

Beobachter sind sich einig, dass viele Analysten bei ihren Schätzungen und Kurszielen nun den Rotstift ansetzen müssen. Für gewöhnlich bleibt das nicht ohne Folgen für die Aktienkursentwicklung.

Im vorbörslichen Handel von Julius Bär wird die SoftwareOne-Aktie denn auch mit einem satten Minus von 3,6 Prozent auf einen Mittelkurs von 27,95 Franken abgewatscht. Bereits am Vortag hatte sie 1,5 Prozent eingebüsst.

Die Zürcher Kantonalbank schlägt verteidigende Töne an. Sie richtet den Blick nach vorn und rechnet mit einer Wachstumsbelebung, aber auch mit hohen Investitionen. Gleichzeitig verweist sie auf die etwas optimistischeren neuen Mittelfristzielen des Unternehmens. Die Zürcher Kantonalbank rät deshalb wie bis anhin mit "Übergewichten" zum Kauf der Aktie.

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